Das letzte große Steuer-Privileg in der EU — und wer es noch anbietet
Du verdienst gut, dein Unternehmen läuft, und du hast begriffen: Standort ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung. Vielleicht hast du den Begriff „Non-Dom" schon gehört — in Zusammenhang mit Zypern, Malta oder dem Vereinigten Königreich. Aber wenn du dann recherchierst, findest du fast nur englischsprachige Quellen, widersprüchliche Blogposts und veraltete Informationen.
Dabei ist die Frage einfach: Wo in Europa kannst du 2026 legal als steuerlich Ansässiger leben — und trotzdem null Prozent auf Dividenden, Zinsen und ausländische Kapitalerträge zahlen?
Dieser Artikel gibt dir die Antwort. Kein Fachjargon, aber auch keine Vereinfachung dort, wo es auf Details ankommt. Mit den aktuellen Zahlen nach der großen Zypern-Reform vom 1. Januar 2026, dem Ende des UK-Non-Dom-Status im April 2025 und dem neuen portugiesischen IFICI-Regime.
Was ist der Non-Dom-Status überhaupt?
„Non-Dom" steht für „Non-Domiciled" — auf Deutsch: nicht ansässig im Sinne des Domizilrechts. Das Konzept stammt aus dem britischen Steuerrecht und unterscheidet zwischen zwei Dingen, die im deutschen System zusammenfallen:
- Steuerlicher Wohnsitz (Tax Residence): Wo du tatsächlich lebst und Steuern zahlst.
- Domizil (Domicile): Wo dein dauerhafter Lebensmittelpunkt im rechtlichen Sinne liegt — typischerweise das Land, zu dem du die tiefste Bindung hast.
Wenn du in einem Non-Dom-Land lebst, dort steuerlich ansässig bist, aber dein Domizil woanders liegt (z. B. in Deutschland), kannst du von einem Sonderstatus profitieren. Je nach Land bedeutet das: keine Steuern auf ausländische Einkünfte, Dividenden, Zinsen oder Kapitalgewinne — oder zumindest massive Vergünstigungen.
Remittance Base Taxation — das Kernprinzip
Viele Non-Dom-Regime basieren auf dem Prinzip der „Remittance Basis". Das bedeutet: Du zahlst nur Steuern auf Einkommen, das du tatsächlich ins Land überweist. Was offshore bleibt, bleibt steuerfrei. Auf Deutsch: Du zahlst nur Steuern auf das, was du ins Land bringst.
Aber Vorsicht: Nicht alle Non-Dom-Programme funktionieren nach diesem Prinzip. Zypern zum Beispiel — der beliebteste Standort — hat keine Remittance Basis, sondern eine echte Befreiung. Dazu gleich mehr.
Das Ende einer Ära: UK schafft Non-Dom-Status ab
Bevor wir die aktuellen Optionen durchgehen, musst du verstehen, was am 6. April 2025 passiert ist. Das Vereinigte Königreich hat seinen legendären Non-Dom-Status nach über 200 Jahren abgeschafft. Das war der Startschuss für eine Wanderungsbewegung vermögender Personen in Richtung Südeuropa.
Was sich im UK geändert hat
- Remittance Basis beendet: Ab dem Steuerjahr 2025/26 werden alle UK-Ansässigen auf ihr weltweites Einkommen besteuert — unabhängig vom Domizil.
- Neues 4-Jahres-FIG-Regime: Wer nach dem 6. April 2025 erstmals ins UK zieht und in den 10 vorangegangenen Jahren nicht UK-steuerpflichtig war, erhält eine vierjährige Befreiung auf ausländische Einkünfte. Danach gilt volle Besteuerung.
- Erbschaftssteuer reformiert: Statt Domizil entscheidet jetzt ein „Long-Term UK Resident"-Test (10 von 20 Jahren ansässig) über die weltweite Erbschaftssteuerpflicht.
Die Folge: Tausende vermögende Briten und Ausländer suchen nun Alternativen. Zypern, Malta und Griechenland profitieren direkt davon.
Zypern: Der unangefochtene Favorit
Zypern hat sich in den letzten Jahren zum attraktivsten Non-Dom-Standort Europas entwickelt. Die Reform vom 1. Januar 2026 hat die Position noch weiter gestärkt.
So funktioniert der Zypern-Non-Dom-Status
Als Non-Dom in Zypern bist du von der Special Defence Contribution (SDC) befreit — das ist die Steuer, die normalerweise auf Dividenden, Zinsen und Mieteinnahmen anfällt. Das Ergebnis:
| Einkommensart | Domiciled (zyprisch) | Non-Dom |
|---|---|---|
| Dividenden | 5 % SDC (seit 2026, vorher 17 %) | 0 % |
| Zinsen | 17 % SDC | 0 % |
| Mieteinnahmen | 0 % SDC (seit 2026 abgeschafft) | 0 % |
Die einzige Abgabe auf Dividenden für Non-Doms ist der Beitrag zum nationalen Gesundheitssystem (GHS/GESY) von 2,65 %, gedeckelt bei 180.000 Euro Bemessungsgrundlage. Auf Deutsch: maximal 4.770 Euro pro Jahr — egal wie hoch deine Dividenden sind.
Dividenden unterliegen in Zypern keiner Einkommensteuer — weder für Domiciled noch für Non-Dom-Personen. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu den meisten europäischen Ländern.
Die 60-Tage-Regel — einzigartig in der EU
Die meisten Länder verlangen 183 Tage Aufenthalt für die steuerliche Ansässigkeit. Zypern bietet eine Alternative: Du kannst bereits mit 60 Tagen pro Jahr steuerlich ansässig werden.
Seit dem 1. Januar 2026 gelten vereinfachte Bedingungen:
- Mindestens 60 Tage Aufenthalt in Zypern pro Jahr
- Nicht mehr als 183 Tage in einem anderen einzelnen Land
- Geschäftstätigkeit, Anstellung oder Direktorenposten in einer zyprischen Gesellschaft
- Dauerhafte Wohnadresse in Zypern (Kauf oder Miete)
Wichtige Änderung 2026: Die frühere Bedingung „nicht in einem anderen Land steuerlich ansässig" wurde gestrichen. Du kannst jetzt theoretisch in Zypern und einem anderen Land gleichzeitig steuerlich ansässig sein. Dafür werden Doppelbesteuerungsabkommen und Tie-Breaker-Regeln umso wichtiger.
Zusätzlich hat Zypern 2026 einen dritten Weg zur Steueransässigkeit eingeführt: den „Center of Business Interests"-Test, der eine Qualifikation sogar ohne physische Anwesenheitspflichten ermöglicht.
Wie lange gilt der Status?
Der Non-Dom-Status in Zypern gilt für 17 Jahre. Du verlierst ihn, wenn du in 17 der letzten 20 Jahre in Zypern steuerlich ansässig warst — dann wirst du „Deemed Domiciled".
Neu seit 2026: Nach Ablauf der 17 Jahre kannst du den Status zweimal um je 5 Jahre verlängern — gegen eine Gebühr von jeweils 250.000 Euro. Das ermöglicht bis zu 27 Jahre Non-Dom-Vorteile.
Weitere steuerliche Rahmenbedingungen
- Körperschaftsteuer: 15 % seit 2026 (vorher 12,5 %), angehoben im Zuge der OECD-Pillar-Two-Compliance
- Einkommensteuer: Progressiv von 0 % bis 35 %, Freibetrag seit 2026 bei 22.000 Euro (vorher 19.500 Euro)
- Krypto: Seit 1. Januar 2026 werden Gewinne aus Krypto-Veräußerungen mit 8 % pauschal besteuert
- Keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer
Malta: Remittance Basis mit Einschränkungen
Malta ist neben Zypern das einzige EU-Land mit einem echten Non-Dom-Regime. Aber die Praxis ist deutlich eingeschränkter als die Theorie.
Das Standard-Non-Dom-Regime
Als Nicht-Domizilierter in Malta gilt die Remittance Basis:
- Ausländisches Einkommen, das nicht nach Malta überwiesen wird: 0 % Steuer
- Ausländisches Einkommen, das nach Malta überwiesen wird: bis zu 35 % progressive Einkommensteuer
- Ausländische Kapitalgewinne: Immer 0 % — egal ob überwiesen oder nicht
- Maltesisches Einkommen: Reguläre Steuersätze (bis 35 %)
Mindeststeuer: Wenn dein ausländisches Einkommen 35.000 Euro übersteigt, zahlst du mindestens 5.000 Euro pro Jahr — auch wenn du nichts überweist.
Das Problem in der Praxis
Auf dem Papier klingt Malta attraktiv. In der Praxis brauchen die meisten Menschen, die dort leben, Zugang zu ihrem ausländischen Einkommen — für Miete, Lebenshaltung, Investitionen. Jeder Euro, den du nach Malta überweist, wird mit bis zu 35 % besteuert.
Die 15-%-Flat-Tax-Programme (GRP/TRP)
Für vermögendere Personen bietet Malta die Programme Global Residence Programme (GRP) für Nicht-EU-Bürger und The Residence Programme (TRP) für EU-Bürger:
| Merkmal | GRP / TRP |
|---|---|
| Steuersatz auf überwiesenes ausländisches Einkommen | 15 % flat |
| Mindeststeuer | 15.000 Euro/Jahr |
| Immobilienvoraussetzung | Kauf ab 275.000 Euro oder Miete ab 9.600 Euro/Jahr |
| Bewerbungsgebühr | 6.000 Euro |
Diese Programme lohnen sich, wenn du regelmäßig hohe Beträge nach Malta überweist — ab etwa 100.000 Euro pro Jahr wird die Flat Tax effizienter als die progressive Besteuerung.
Was Malta gut macht
- Keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer
- Keine Vermögenssteuer
- Keine zeitliche Begrenzung des Non-Dom-Status (anders als Zypern)
- EU-Mitglied mit englischer Amtssprache
Griechenland: 100.000-Euro-Pauschale für Vermögende
Griechenland hat kein klassisches Non-Dom-Regime, sondern eine Pauschalsteuer auf ausländische Einkünfte — eingeführt 2020 unter Artikel 5A des griechischen Einkommensteuergesetzes.
Wie es funktioniert
Du zahlst eine jährliche Pauschale von 100.000 Euro auf sämtliche ausländische Einkünfte — unabhängig davon, ob diese 500.000 oder 50 Millionen Euro betragen. Griechisches Einkommen wird regulär besteuert.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Pauschalsteuer | 100.000 Euro/Jahr |
| Familienangehörige | Zusätzlich 20.000 Euro pro Person |
| Dauer | Bis zu 15 Jahre |
| Voraussetzung | In 7 der letzten 8 Jahre nicht in Griechenland steuerlich ansässig |
| Mindestinvestition | 500.000 Euro in griechische Immobilien, Unternehmen oder Wertpapiere |
Zusätzlich: Artikel 5C — 50 % Steuerermäßigung
Für Angestellte und Selbstständige, die nach Griechenland ziehen, gibt es ein separates Programm: 50 % Steuerbefreiung auf griechisches Erwerbs- oder Unternehmenseinkommen für sieben Jahre.
Voraussetzungen:
- In 5 der letzten 6 Jahre nicht in Griechenland ansässig
- Umzug aus einem EU/EWR-Staat oder einem Land mit Informationsaustauschabkommen
- Neue Anstellung oder neue selbstständige Tätigkeit in Griechenland
- Erklärung, mindestens 2 Jahre in Griechenland zu bleiben
Rechenbeispiel: Bei einem Jahreseinkommen von 150.000 Euro in Griechenland beträgt die reguläre Einkommensteuer rund 56.900 Euro. Unter Artikel 5C wird nur die Hälfte (75.000 Euro) besteuert — Steuerlast: ca. 23.900 Euro. Das sind 33.000 Euro Ersparnis pro Jahr.
Für wen eignet sich Griechenland?
Die 100.000-Euro-Pauschale macht nur Sinn, wenn dein ausländisches Einkommen deutlich über 300.000 Euro liegt. Darunter bist du mit Zypern oder Malta besser bedient. Artikel 5C ist dagegen interessant für Fachkräfte und Unternehmer, die aktiv in Griechenland arbeiten wollen.
Italien: Von 100.000 auf 300.000 Euro
Italien hat 2017 ein ähnliches Pauschalsystem eingeführt — aber 2026 die Kosten massiv erhöht.
Die Entwicklung der Pauschalsteuer
| Zeitraum | Pauschale |
|---|---|
| 2017–2024 | 100.000 Euro/Jahr |
| 2024–2025 | 200.000 Euro/Jahr |
| Ab 2026 | 300.000 Euro/Jahr |
Wer vor 2026 eingestiegen ist, behält seinen niedrigeren Satz. Die Pauschale für Familienangehörige stieg von 25.000 auf 50.000 Euro pro Person.
Wie es funktioniert
- Feste jährliche Zahlung auf alle ausländischen Einkünfte — egal wie hoch
- Dauer: Maximal 15 Jahre
- Voraussetzung: In 9 der letzten 10 Jahre nicht in Italien steuerlich ansässig
- Vorteile: Keine Meldepflicht für ausländische Vermögenswerte, keine Vermögenssteuern (IVIE/IVAFE), keine Erbschafts- und Schenkungssteuer auf ausländisches Vermögen
Für wen lohnt sich Italien?
Bei 300.000 Euro Pauschale brauchst du ein ausländisches Einkommen von mindestens 1 bis 1,5 Millionen Euro, damit das Regime wirtschaftlich sinnvoll ist. Das ist ein Programm für Ultra-High-Net-Worth-Individuals — nicht für den typischen Unternehmer.
Portugal: IFICI — der schmale Nachfolger des NHR
Portugal war mit seinem „Non-Habitual Resident"-Programm (NHR) jahrelang einer der beliebtesten Standorte. Am 1. Januar 2025 wurde das NHR durch das IFICI-Regime ersetzt — und die Zielgruppe hat sich fundamental geändert.
Was IFICI bietet
- 20 % Flat Tax auf qualifizierte Erwerbs- und Selbstständigeneinkünfte in Portugal
- Befreiung bestimmter ausländischer Einkünfte (Dividenden, Zinsen, Kapitalgewinne), sofern im Quellenstaat besteuert
- Dauer: 10 Jahre
Wer sich qualifiziert
IFICI steht nur noch bestimmten Berufsgruppen offen:
- Wissenschaftliche Forscher und Akademiker
- Fachkräfte in Innovation, Technologie, Gesundheit, Greentech
- Mitarbeiter qualifizierter Start-ups
- Personen in genehmigten Investitions- oder Forschungsstrukturen
Wer sich NICHT mehr qualifiziert
- Passive Investoren (Dividenden, Zinsen, Kapitalgewinne aus Holding-Strukturen)
- Rentner (die alte 10-%-Pauschale auf Pensionen ist komplett entfallen)
- Generische Remote-Worker ohne Bezug zu den Zielkategorien
Fazit Portugal
Wenn du als Tech-Unternehmer, Forscher oder qualifizierte Fachkraft nach Portugal ziehst, ist IFICI mit 20 % Flat Tax weiterhin attraktiv. Für alle anderen — insbesondere Investoren und Rentner — ist Portugal keine Option mehr.
Die große Vergleichstabelle
| Kriterium | Zypern | Malta | Griechenland (5A) | Italien | Portugal (IFICI) |
|---|---|---|---|---|---|
| Typ | Echtes Non-Dom | Echtes Non-Dom (Remittance) | Pauschale | Pauschale | Flat Tax auf Einkünfte |
| Dividenden aus dem Ausland | 0 % (nur 2,65 % GHS) | 0 % offshore / bis 35 % remitted | Pauschal 100k | Pauschal 300k | Befreiung wenn im Quellenstaat besteuert |
| Ausländische Kapitalgewinne | 0 % | 0 % (immer) | Pauschal 100k | Pauschal 300k | Befreiung möglich |
| Mindestaufenthalt | 60 Tage | 183 Tage | 183 Tage | 183 Tage | 183 Tage |
| Dauer | 17 J. (+ 2x5 J.) | Unbegrenzt | 15 Jahre | 15 Jahre | 10 Jahre |
| Jährliche Mindestkosten | ~4.770 € (GHS-Cap) | 5.000 € / 15.000 € (GRP) | 100.000 € | 300.000 € | Reguläre 20 % PIT |
| Remittance Basis | Nein (volle Flexibilität) | Ja | Nein | Nein | Nein |
| Kein Vermögen melden | Nein (Meldepflicht) | Nein | Ja | Ja | Nein |
| Erbschaftssteuer-Vorteil | Keine ErbSt | Keine ErbSt | Keine ErbSt auf Auslandsvermögen | Keine ErbSt auf Auslandsvermögen | Standard-ErbSt |
| Ideal für | Unternehmer, Investoren, Dividendenempfänger | HNW mit offshore Strukturen | Ultra-HNW (>300k Einkommen) | Ultra-HNW (>1,5M Einkommen) | Tech/Forschung-Fachkräfte |
Irland: Das stille Remittance-System
Ein Land, das in der Non-Dom-Diskussion oft übersehen wird: Irland. Das irische Remittance-System ist der direkte Nachfolger des britischen Modells — und funktioniert nach demselben Prinzip.
- Du zahlst irische Steuern nur auf in Irland entstandenes Einkommen und auf ausländisches Einkommen, das du nach Irland überweist
- Ausländisches Einkommen, das außerhalb Irlands bleibt, ist steuerfrei
- Keine zeitliche Begrenzung — keine Deemed-Domicile-Regel wie in Zypern oder dem UK
- Allerdings: 183 Tage Mindestaufenthalt und hohe inländische Steuersätze (bis 52 % mit USC und PRSI)
Irland ist eine Option für Personen mit primär offshore gehaltenen Strukturen, die gleichzeitig in einem englischsprachigen EU-Land leben wollen. Für die meisten Unternehmer aus dem DACH-Raum ist Zypern oder Malta jedoch die bessere Wahl.
Ehrlicher Realitätscheck
Bevor du jetzt deine Koffer packst, hier die Punkte, die viele Berater verschweigen:
1. Non-Dom heißt nicht steuerfrei leben. Inländisches Einkommen wird in jedem dieser Länder ganz normal besteuert. Die Vorteile gelten nur für ausländisches Einkommen — und oft nur unter bestimmten Bedingungen.
2. Substanz ist Pflicht. Ein Briefkasten reicht nicht. Du brauchst eine echte Wohnung, echte Aufenthaltstage und — im Fall von Unternehmen — echte wirtschaftliche Aktivität vor Ort. Die EU verschärft die Substanzanforderungen seit der Anti-Tax-Avoidance-Directive (ATAD) kontinuierlich.
3. Wegzugsbesteuerung beachten. Wenn du Deutschland verlässt und GmbH-Anteile hältst, greift § 6 AStG — die Wegzugsbesteuerung. Das kann schnell sechsstellig werden. Plane das ein, bevor du umziehst. Mehr dazu in unserem Steuervergleich für Auswanderer.
4. DBA-Analyse ist Pflicht. Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem Zielland entscheiden, wer welche Einkünfte besteuern darf. Ohne professionelle DBA-Analyse riskierst du Doppelbesteuerung statt Ersparnis.
5. Programme können sich ändern. Portugal hat sein NHR abgeschafft. Das UK seinen Non-Dom-Status. Zypern hat gerade reformiert. Was heute gilt, kann morgen anders sein. Plane mit Puffer.
6. Erweiterte beschränkte Steuerpflicht. Nach dem Wegzug aus Deutschland kann die erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach § 2 AStG dich noch bis zu zehn Jahre betreffen — insbesondere bei deutschen Einkommensquellen.
Häufige Fragen zum Non-Dom-Status
Was ist der Unterschied zwischen Non-Dom und Remittance Basis?
Non-Dom beschreibt deinen steuerlichen Status — du bist in einem Land ansässig, aber nicht „domiziliert". Die Remittance Basis ist die steuerliche Konsequenz in manchen Non-Dom-Ländern: Du zahlst nur Steuern auf Einkommen, das du ins Land überweist. Aber nicht jedes Non-Dom-Land nutzt die Remittance Basis. Zypern zum Beispiel bietet eine direkte Befreiung ohne Remittance-Einschränkung.
Kann ich den Non-Dom-Status nutzen, wenn ich noch deutsche Einkünfte habe?
Grundsätzlich ja — der Non-Dom-Status betrifft deine steuerliche Behandlung im neuen Wohnsitzland. Aber deutsche Einkünfte (z. B. Mieteinnahmen, Betriebsstättengewinne) werden weiterhin in Deutschland besteuert. Das Zusammenspiel regelt das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen.
Welches Land ist am besten für Dividendenempfänger?
Zypern. Null Prozent SDC auf Dividenden als Non-Dom, nur 2,65 % Gesundheitsbeitrag (gedeckelt), und die 60-Tage-Regel bietet maximale Flexibilität. Kein anderes EU-Land kommt an diese Kombination heran.
Brauche ich einen Steuerberater vor Ort?
Ja, unbedingt. Die korrekte Gestaltung erfordert Expertise sowohl im deutschen Steuerrecht (Wegzugsbesteuerung, erweiterte beschränkte Steuerpflicht) als auch im Ziellandrecht. Ein Fehler kann die gesamte Ersparnis zunichtemachen.
Was passiert, wenn das Non-Dom-Programm abgeschafft wird?
Das hängt vom Land ab. In Zypern sind bestehende Non-Doms durch die Gesetzgebung geschützt — die 2026-Reform hat den Status explizit beibehalten und sogar verlängerbar gemacht. In Malta gibt es keine Anzeichen für eine Abschaffung. In jedem Fall solltest du einen Plan B haben und deine Struktur so aufbauen, dass sie auch ohne Non-Dom-Vorteile funktioniert.
Dein nächster Schritt
Strategische Standortwahl ist kein Thema für eine schnelle Google-Suche. Die Kombination aus Wegzugsbesteuerung, DBA-Analyse, Substanzanforderungen und der richtigen Unternehmensstruktur erfordert einen individuellen Plan — keinen Standardtipp.
Lass uns in einem persönlichen Gespräch prüfen, welches Modell zu deiner Situation passt. Wir analysieren deine steuerliche Ausgangslage, zeigen dir die realistischen Optionen und entwickeln mit dir einen Plan, der auch dem Finanzamt standhält. Weil strategische Standortwahl kein Glücksspiel ist — sondern ein durchdachter Schritt in dein selbstbestimmtes Leben.
Quellen
- Norton Rose Fulbright: Abolition of the "non-dom" regime, 2025. nortonrosefulbright.com
- Mondaq / Cyprus: Cyprus Tax Residency: The Definitive Guide To The 60-Day Rule, Non-Dom Status, And Tax-Free Dividends (2026), April 2026. mondaq.com
- Euromanagement: Cyprus 2026 Tax Reform: Everything That Changed, Januar 2026. euromanagement.biz
- Immigrant Invest: Malta Non Dom Regime 2026: Tax Rules, Minimum Tax, and Planning, 2026. immigrantinvest.com
- Immigrant Invest: Greece Non-Dom Tax Regime in 2026, 2026. immigrantinvest.com
- Watson Farley & Williams: The Italian 2026 Non-Domiciled Tax Regime, 2026. wfw.com
- Global Citizen Solutions: Portugal NHR 2.0: A Guide to the IFICI tax regime in 2026, 2026. globalcitizensolutions.com
- Astons: Non-Dom Tax Programs 2026: Greece vs Italy vs Cyprus vs Malta Guide, 2026. astons.com